WiBraPhon - "nachgedacht" - Kirchenkonzerte zur Fastenzeit

  • 20.02.2019
  • Musikalisches

WiBraPhon unter der Leitung von Prof. Johann Mösenbichler und Chorissima, Chor des Gesangvereins Gundelsheim unter der Leitung von Thomas Wolf bilden zur Fastenzeit erneut eine Fusion aus Chor und Blasorchester. Bereits im Frühjahr 2016 präsentierten sie gemeinsam Karl Jenkins bewegendes Werk "The Armed Man - A Mass For Peace". Für die Konzertreihe "nachgedacht" im März 2019 steht ein nicht weniger bewegendes Hauptwerk auf dem Programm. Vom 22. bis 24. März wird in Würzburg und Bamberg in drei Konzerten Rolf Rudins Requiem, op. 70 für Chor und Blasorchester zu hören sein.

Als neuer musikalischer Partner dieser Fusion wirkt erstmals der Kreisjugendchor Bamberg unter der Leitung von Wolfgang Reh mit. Rudins Requiem entstand 2005 als Auftragswerk für einen Gedenkgottesdienst in Südtirol. Zeitgenössisch, aber nicht avantgardistisch, begeisterte das emotional packende Werk seither bereits viele Menschen im In- und Ausland.

Der 1961 in Frankfurt geborene Komponist zu seinem Werk: "Die damaligen Auftraggeber wünschten sich ein Stück, das einen großen Kreis von Menschen ansprechen und bewegen sollte. Diesem Gedanken folgend wurden Klang- und Gestaltungsmerkmale benutzt, die aus einer historisch tradierten Musiksprache stammen. An vielen Stellen scheinen aber aktuellere Klangtechniken und neuere harmonische Verbindungen hervor, die das Requiem gemäßigt als ein Stück unserer Zeit erkennbar werden lassen.

Mit kraftvollen Klängen im tiefen Blech beginnt die Komposition - auf der Vertonung der traditionellen lateinischen Requiemtexte basierend - mit dem Introitus. Auch im Chor steigen die Klänge aus der Tiefe empor und verschwinden schließlich wieder im tiefsten Bassregister, Das eher melodisch angelegte Kyrie wechselt zwischen mehrstimmigen Chorpassagen und kantablem Unisono. Das Graduale mit angehängtem Tractus ist motettenartig in verschiedenen Abschnitten komponiert und enthält meditative 'Parlando'-Partien.

Ganz in der französischen Tradition eines Fauré oder Duruflé erscheint ein Solo-Sopran im ruhigen, in die liturgische Textabfolge eingeschobenen 'Pie Jesu', das ein Höhepunkt an Innigkeit darstellt. An Bewegung allerdings gipfelt es im Sanctus, in dem kurze Akkorde mit schnellen Motiven in allen Registern des Orchesters wechseln. Durch helle Trompeten unterstützt strahlt der bis zu 8 stimmige Chor sein 'Hosanna'. Umspielt von einer regen Soloflöte erscheint das bittende 'Agnus Dei', bevor im 'Lux aeterna' (Communio) chromatisch rückende Dreiklänge der Frauenstimmen farbenprächtig schillernd gegen den gregorianischen Gesang im Orchester gesetzt werden.

Die Komposition gipfelt im dramatischen Libera me mit sehr expressiven Unisono-Passagen, rhythmisch spannenden Synkopen und aggressiven Fortissimo-Akkorden. Der in diesem Satz bereits ruhigere Schluss führt direkt zum 2012 neu hinzukomponierten 'In Paradisum', das von zartem Glockenklang eingeleitet und beschlossen, den Hörer in himmlischen Frieden geleitet."

  • Freitag, 22.03.2019, 19:30 Uhr Augustinerkirche, Würzburg
  • Samstag, 23.03.2019, 19:00 Uhr St. Pfarrkirche St.Kunigund, Bamberg
  • Sonntag, 24.03.2019, 16:00 Uhr St. Otto, Bamberg

Infos zu Eintrittspreisen und VVK und mehr auf www.wibraphon.de

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