Symposium: Militärmusik als kultureller Botschafter - Die musikwissenschaftliche Fachwelt zu Gast in Bonn

  • 10.10.2019
  • Musikalisches

Das Gustav-Stresemann-Institut in Bonn war auch dieses Jahr wieder Veranstaltungsort des Symposiums der Reihe "Militärmusik im Diskurs", veranstaltet vom Zentrum Militärmusik der Bundeswehr in Kooperation mit dem musikwissenschaftlichen Institut der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Am 3. und 4. September erörterten und diskutierten internationale Fachdozenten und rund 60 Teilnehmer die Geschichte und Wechselwirkung von Militärmusik als kulturellem Botschafter.

Oberstleutnant Dr. Heidler im Abschlussvortrag (Quelle: Bundeswehr/ Albrecht)

Zu Beginn begrüßte der Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, Oberst Christoph Lieder, die Gäste und Dozenten und dankte dem Organisator der Veranstaltung, Oberstleutnant Dr. Manfred Heidler, für die Zusammenstellung des vielfältigen Programmes.

Zusammen mit dem Prorektor der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, Prof. Dr. Dr. Volker Kalisch, konnte Oberst Lieder den Dokumentationsband des letztjährigen Symposiums mit dem Titel "Militärmusik und bürgerliche Musikkultur" der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und den Militärmusikdienst der Bundeswehr verbindet eine mittlerweile über 40jährige Kooperation bei der Ausbildung seines gesamten Musikpersonals.

Seit 2004 manifestiert sich die Partnerschaft in Form des jährlichen Symposiums auch auf musikwissenschaftlicher Ebene.

Der erste Symposiumstag behandelte Themen wie: "Militärmusik in Preußen im 19. Jahrhundert" (Prof. Dr. Dr. Kalisch), "Kulturelle Botschafter aus Schweden, Deutschland und Italien. Ausländische Musiker in Norwegen und ihre Bedeutung für die Norwegische Militärmusik" (Nils Persen), "Sechs Fallbeispiele 1856-1916 zum Thema 'Militärmusik als kultureller Botschafter'" (Ernst-Heinrich Schmidt), "Stolz lieb' ich den Generalmusikdirektor - oder der internationale Militärmusikwettbewerb 1867, auch ein kultureller Wettbewerb?!", "Truppenbetreuung aus den eigenen Reihen. Soldatisches Musizieren in Norwegen 1940-1945" (Ina Rupprecht), "Bergkapellen und Bergmusik als kulturelle Botschafter einer Region" (Björn Jakobs) und "Verachtet mir die Meister nicht - Kulturelle Botschafter und Verlust ihrer Identität. Blasmusik und nationale Identität am Beispiel Luxemburger Blasmusikkomponisten" (Damien Sagrillo).

Am Abend konnten die Fülle der in den Referaten angesprochenen Themen und Fragestellungen in lockerer Runde vertieft werden. 

Am zweiten Tag standen Beiträge wie "Von den fremden Mächtigen gesucht, in der lokalen Kultur gefunden - zu den Aufführungskünsten im Umfeld der niederländisch-indischen Kolonialarmee (KNIL) und der Molukkischen Angelegenheiten" (Uwe Pätzold), "... sondern laßt uns angenehmere anstimmen und freudenvollere - zur internationalen Präsenz westdeutscher Klassikstars in der frühen Nachkriegszeit" (Michael Custodis), "Deutsche Militärmusik als Medium kultureller Identität: Wege-Chancen-Herausforderungen" (Oberstlt Christoph Scheibling) und der Abschlussvortrag "Global Player - Anmerkungen zur kuturellen Bedeutung der deutschen Marinemusik" (Oberstlt Dr. Manfred Heidler) auf dem insgesamt anspruchsvollem und inhaltsreichen Vortragsplan.

Nach den anschließenden Diskussionen des Auditoriums, bedankten sich Oberst Lieder und Prof. Dr. Dr. Kalisch bei den Referenten und den Besuchern für die engagierten und ausführlichen Beiträge, sowie bei Oberstleutnant Dr. Heidler für die Vorbereitung der Veranstaltung.

Eine Fortsetzung wird die Reihe im nächsten Jahr am 7. und 8. September finden. Im dann vielerorts zu begehenden "Beethoven-Jahr" 2020, wird sich musikwissenschaftliche Symposium u.a. auch mit Militärmusik im Umfeld des großen Meisters widmen.

Bei Interesse sind die bisher herausgegebenen Dokumentationsbände unter folgender Adresse beziehbar:

Fördergesellschaft des Bundeswehr Sozialwerk e.V. mbH
Ollenhauerstr. 2                           
53113 Bonn                                                                                                      Tel. 0228-37737-481/480                                                                                  Fax. 0228-37737-444                                                         
mail[at]foegbwsw.de

(Text: Bundeswehr/Jürgen Albrecht)

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