Emotion - Neuer Wettbewerb für Komponistinnen weltweit

  • 25.10.2018
  • Musikalisches

Der Förderverein Archiv Frau und Musik Kassel e.V. schreibt zusammen mit dem Militärmusikdienst der Bundeswehr einen internationalen Kompositionswettbewerb für Komponistinnen aller Nationalitäten und ohne Altersbeschränkung aus. Schirmherrin des Wettbewerbs ist Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin der Justiz. Inhalt des Wettbewerbs ist ein 10-minütiges Werk für klassisches Holzbläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn) von E- bis U-Musik mit mittlerem Schwierigkeitsgrad.

Foto: ulmer-blaeserquintett.de

Die mit dem 1. bis 3. Preis dotierten Kompositionen werden am 22. Mai 2019 feierlich im Ständesaal des Landeswohlfahrtverbandes Hessen durch das Holzbläserquintett des Heeresmusikkorps Kassel uraufgeführt. Darüber hinaus werden die prämierten Werke im Furore Verlag verlegt.

Zusätzlich sind folgende Preisgelder vorgesehen: 1. Preis: 1.000 €, 2. Preis: 500 €, 3. Preis: 300 €. Die nicht prämierten Werke werden an das Archiv Frau und Musik, Frankfurt übergeben. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2019.

Die fünfköpfige Jury mit Dr. Khadjia Zeylanova, Komponistin und Musikwissenschaftlerin, Detmold; Simon Schumann, Komponist, Arrangeur; Sabine Neher, stellvertretende Soloklarinettistin des Staatsorchesters Kassel; Tobias Terhardt, Oberstleutnant und Leiter Heeresmusikkorps Kassel und Astrid Stäber, Musikwissenschaftlerin und Lektorin Furore Verlag wird die Preisträgerinnen ermitteln.

Das Repertoire der Holzbläserensembles ist sehr breit gefächert. Dies zeigt sich deutlich an den Programmen der vielen Holzbläserensembles, welche von Klassik über Jazz bis hin zu Pop reichen. Doch was fehlt, sind Kompositionen von Frauen. So entstand die Idee zur Wettbewerbsausschreibung zusammen mit demMilitärmusikdienst der Bundeswehr, um hier Abhilfe zu schaffen und Komponistinnen zu ermutigen, für Holzbläserquintett zu schreiben.

In der Zeit der Gründung des Fördervereins Archiv Frau und Musik Anfang der 80er-Jahre lag der Anteil der aufgeführten Werke von Komponistinnen bei 0 bis 1 %, heute liegt er bei 4 bis 6 %. Eine Steigerung von400 bis 600 % klingt erst einmal enorm, doch ist dies im Musikleben kaum spürbar. Schauen Sie sich die Programme der großen Orchester an, wie z. B. der Berliner Philharmoniker, so stellen Sie fest, dass in der Spielzeit 2017/18 gerade mal ein (!) Werk einer Komponistin gespielt wurde, und die Münchener oder die Hamburger Philharmoniker hatten überhaupt kein Werk einer Komponistin auf dem Spielzeit-Programm, das Staatsorchester Kassel genauso wenig.

Ähnlich sieht es aus, wenn Sie das Radio einschalten: HR2, KlassikRadio oder SWR2 – nur ganz selten erklingt hier ein Werk einer Komponistin. Noch deutlicher wird es in der Blasmusik: Wenn Sie sich die Programme der einzelnen Ensembles beispielsweise der Heeresmusikkorps ansehen, sind keine Werke von Komponistinnen zu finden. Dies sollte unbedingt geändert werden.

So betont Oberstleutnant Tobias Terhardt, Leiter des Heeresmusikkorps Kassel: "Musik für klassisches Bläserensemble nimmt im Kontext des vielseitigen Auftrittsportfolios beim Heeresmusikkorps Kassel traditionsgemäß einen hohen Stellenwert ein. Dem stetig wachsenden Anteil von Soldatinnen/Musikerinnen im Militärmusikdienst der Bundeswehr wie auch bei Hessens einzigem Militärorchester Rechnung tragend, istes für uns nicht nur eine Ehre, sondern auch ein Moment der besonderen Herausforderung und Motivation,sich intensiv neuen Werken von Komponistinnen mit Begeisterung zu widmen."

Weitere Infos zum Wettbewerb: www.komponistinnen.de

« zurück