2. Forum Musik & Medizin: Vorbeugen und heilen mit Musik

  • 02.05.2018
  • Ausbildung

Prävention und Gesundheitsförderung von Kindern durch Elementare Musikpädagogik und die Förderung von Musikinterventionen durch gesetzliche Krankenkassen bilden den Themenschwerpunkt beim 2. Forum Schloss Kapfenburg am 29. September. Musik kann so vieles. Sie bringt uns zum Weinen und zum Tanzen. Sie kann entspannen, antreiben und schlichtweg glücklich machen. Und sie kann sich auf die Entwicklung und Gesundheit auswirken.

Beim 2. Forum Schloss Kapfenburg dreht sich alles um Musik und Medizin (Foto: Ralf Baumgarten)

Die Eckfakten sind hierbei erforscht, so wirkt sich aktives Musizieren positiv auf die geistig-soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus und erhält im höheren Alter die kognitiven und emotionalen Fähigkeiten des Menschen. Fachleute sind sich jedoch einig, dass Musik einen bislang vernachlässigten Ansatz zur Gesundheitsprävention darstellt.

Auch Musik für therapeutische Zwecke ist in Expertenkreisen etabliert, eine weitgehende Anerkennung im Gesundheitssystem steht jedoch aus. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Nutzen belegt sein muss, um Leistungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu verankern.

Diese Regelung schützt Patienten vor Scharlatanerie, gleichzeitig steht dadurch die Gesundheitsversorgung in Deutschland vor großen Herausforderungen. Beispielsweise belegen bisherige Studienergebnisse zwar die positiven Effekte von Musikintervention auf Angst, Schmerzen und Lebensqualität von Krebspatienten - allerdings weisen viele der Studien schwere methodische Mängel auf. Daher sind zu klärende Fragen über den Nutzen von Musikinterventionen nach wie vor offen.

Dies könnte sich bald ändern, denn momentan wird durch das Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine wissenschaftliche Expertise zum Thema „Krebs: Kann eine begleitende Musiktherapie zu besseren Behandlungsergebnissen beitragen?“ erstellt. Die Ergebnisse der durch das 1. Forum 2016 in Gang gekommenen Studie könnten neue Weichen stellen.

An der Hochschule Aalen erforscht man ebenfalls die Wirkung von Musik auf den Menschen, genauer gesagt, wie sich Musizieren bei Kindern auf Bereiche der auditiven Wahrnehmung und das Gleichgewicht auswirkt. Langfristig könnten die Ergebnisse zur Prävention und Therapie der Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) eingesetzt werden, die mit einer Prävalenz von 5-7 % bei Schulkindern auftritt.

Dies und mehr sind die Themen des "2. Forum Schloss Kapfenburg - Musik & Medizin" auf Schloss Kapfenburg bei Lauchheim. Sie spiegeln die Eckpfeiler der Bildungsarbeit der Stiftung Schloss Kapfenburg wieder: Elementare Musikpädagogik, Musikergesundheit sowie das Engagement für die Erforschung der gesundheitsfördernden Effekte von Musik.

Als Referenten konnte die Stiftung Experten wie Prof. Dr. Elmar Stahl, Prof. Dr. med. Annette Limberger, Hardy Müller M.A. oder Dr. Ulrich Siering gewinnen.

Weitere Informationen zum "2. Forum Schloss Kapfenburg – Musik & Medizin" am Samstag, 29. September gibt es unter Fon +49 7363 98 18 0 und www.fit-mit-musik.de.

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