"Forte" 9 - Der Name ist Programm

  • 26.10.2017
  • Software

Wussten Sie, dass "forte" gar nicht "laut" heißt, sondern "stark"? Ja? Gut. Dann fangen wir trotzdem andersherum an: Was erwartet man als Musiker von einem Notensatzprogramm? Eigentlich gar nicht viel: Es muss nur alles können, einfach zu bedienen sein und darf nicht viel kosten. Sonst noch Wünsche? Nein? Gut. Dann wäre das ja geklärt. "Stark". Der Name wurde offenbar bei der neuen Version der Notensatzsoftware "forte" zum Programm erhoben. Die aktuelle Versionsnummer lautet 9 – auch bisher war die Software schon für ihr ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis bekannt. Das hat sich nicht geändert. In der neuen Version 9 wurde das Programm weiter ausgebaut, verfeinert und aufgehübscht.

Vor allem das neue Layout sticht sofort ins Auge: Modern und frisch kommt die Benutzeroberfläche daher, "flache" Schaltflächen, die an die gängigen Office-Anwendungen erinnern – nur eben mit musiktypischen Symbolen.

Wenden wir uns der Erwartungshaltung des Benutzers zu: Alles soll so ein Notensatzprogramm können. »Alles« klingt natürlich nach ziemlich viel. Beginnen wir einfach mal von vorn: »Forte« 9 bietet die Möglichkeit, ein Startdokument zu verwenden oder aber das neue Dokument mithilfe eines Assistenten auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden. Hierbei wiederum gibt es alle Einstellungsmöglichkeiten, die man sich wünscht: Das Dokument kann ganz einfach als einstimmiges System oder als komplette Partitur erstellt werden.

Ist das Dokument eingerichtet, kann die Noteneingabe starten. Die "Forte"-typische Eingabemethode anhand des Tak­lineals bleibt auch in der neuen Version erhalten. Das heißt, dass die Noten nicht an der ersten (noch) möglichen Stelle innerhalb des Takts platziert werden, sondern dass die Noten an der grafisch richtigen Stelle im Takt eingefügt werden können. Dabei hilft das bereits erwähnte Taktlineal, das anzeigt, auf welcher Zählzeit der Cursor gerade steht. Das mag im ersten Moment gewöhnungsbedürftig klingen, diese Methode hat aber ganz klare Vorteile, wenn beispielsweise ein Takt mit Pausen durchsetzt ist: Die Pausen setzt "Forte" automatisch zwischen die eingegebenen Noten. So spart man sich viel Zeit, die ansonsten für das Umschalten zwischen Noten- und Pausenwerten draufgehen würde. »Forte« bietet übrigens die Möglichkeit, Noten mit der Maus einzugeben oder mit der Tastatur. So kann man die Noten quasi im Zehn-Finger-System eingeben, wenn man die dafür notwendige Tastaturbelegung einmal verinnerlicht hat.

Auch Textelemente sind kein Problem mit "Forte": Liedtexte wie auch andere Textelemente sind ganz einfach einzugeben - wie auch alles andere in der Software wirklich einfach zu handhaben ist. Elf Hauptreiter führen zu den Hauptbereichen des Programms, wo sich spezielle Schaltflächen befinden. Alles, was mit der Eingabe zu tun hat, also Noten, Artikulation, Dynamikangaben, Text, Ton- und Taktart, Verzierungen, Wiederholungen etc. befindet sich übersichtlich und zentral in der "Eingabepalette". Auch in Sachen Wiedergabe des Notentextes hat der User alle Möglichkeiten: Ganz einfach sind die Klänge editierbar. Vielleicht gibt es hier sogar eine Möglichkeit zu viel: Es erschließt sich nicht ganz, warum der User einem (Blas-)Instrument, das im Dokument-Assistent festgelegt wurde, eigens einen Klang zuweisen soll – zumal viele Instrumente keinen entsprechenden Klang haben, als Beispiel sei hier das Flügelhorn genannt.

Das mit Abstand "coolste" Feature ist aber eindeutig die Anbindung des Smartphones als Scanner: Mit einer App kann die Kamera des Smartphones zum Scanner umfunktioniert werden, die Stimmenauszüge und einfache Partituren an "Forte" schicken kann. Mithilfe der bordeigenen Notenerkennungssoftware kann das Foto aus dem Smartphone mit wenigen Mausklicks in ein »Forte«-Dokument umgewandelt werden, das dann mit allen Möglichkeiten des Programms weiterbearbeitet werden kann. Ebenfalls cool: Wer nicht gerne Handbücher oder Online-Hilfedatenbanken liest, kann sich einfach Video-Tutorials ansehen. Diese sind bereits an den richtigen Stellen in der Hilfe-Datenbank des Programms hinterlegt. Bequemer geht’s kaum.

Erhältlich ist "Forte" im Webshop des Anbieters oder bei Amazon, als Box-Version oder zum Downloaden, als Upgrade oder als Standalone-Version. Die Scan-App für Smartphone ist übrigens kostenlos! Testurteil: "So muss das" im 21. Jahrhundert. Das ist richtig stark. Das ist »Forte«!

(von Martin Hommer)

www.forte-notensatz.de

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