Scope Festival Berlin - Skandinavischer Jazz in Deutschland

  • 09.08.2017
  • Events

Vom 18. bis 30. Oktober findet in Berlin das Scope Festival Berlin statt. Mit dabei sind Künstler wie Kiasmos, Nils Petter Molvaer, Girls in Airports, Rohey, Jay-Jay Johanson, Amok Amor, Bernhoft und viele mehr. 2016 fand die deutsch-finnische Koproduktion zum ersten Mal statt. Das Scope Festival Berlin ist die erste größere Live-Plattform für nordischen Jazz außerhalb Skandinaviens.

Auch die Band "Girls in Airports" aus Kopenhagen sind beim Scope Festival Berlin dabei.

Nives vom We Jazz Festival in Helsinki und Florian Burger, Chef des Berliner XJazz Festivals, verstehen sich gut. Seit Jahren kennt und schätzt man die Arbeit und die Person des anderen. Mit jedem Besuch wurde der Austausch intensiver und so war das erste gemeinsame Projekt nur eine Frage der Zeit.

2016 schließlich war es soweit: Nives und Burger hoben das SCOPE Festival in Berlin als eine deutsch-finnische Koproduktion aus der Taufe. Dies war einerseits die Geburtsstunde der Jazz-Achse Helsinki-Berlin. Darüber hinaus aber wurde mit Scope die erste größere Live-Plattform für nordischen Jazz außerhalb Skandinaviens geschaffen.

Aber was ist das schon, "nordischer Jazz"? Ein homogenes musikalisches Genre mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil, die Jazzszene Skandinaviens setzt sich bei näherem Hinsehen zusammen aus vielen Einzelszenen. Sie ist eine Art Bienenstock, dessen Bewohner kreuz und quer miteinander kooperieren. Und der offen steht für die verschiedensten Einflüsse von außen.

Hatte das Festivaldebüt finnische Jazzmusik zum Thema, geht es bei der zweiten Ausgabe von Scope nun um Jazz aus ganz Skandinavien. Wobei "Jazz" hier nur ein Schätzwert, eine Schnittmenge ist. Im Festivalprogramm finden sich ebenso Elektronik, Clubmusik, Experimentelles und diverse Spielarten von Pop. Aber wer ein lupenreines Jazzfestival sucht, der ist bei Scope ohnehin an der falschen Adresse. Ebenso übrigens bei GIRLS IN AIRPORTS, dieser kaum greifbaren Band aus Kopenhagen. Mit ihrem dichten Gewebe aus Melodien und fiebrigen Rhythmen schlagen GIRLS IN AIRPORTS einen weiten Bogen von Jazz bis hin zu urbaner Folk Music.

Für futuristischen Wohlklang zuständig ist der norwegische Trompeter und Produzent NILS PETTER MOLVAER. Molvaer gilt als ein Pionier des so genannten "future jazz", einer Fusion aus Jazz und Elektronischer Musik. Er gehört zu den prominentesten Aushängeschildern des renommierten ECM Labels. Deutlich fordernder klingt das Quartett AMOK AMOR mit seinem ruppig-vertrackten Bandsound. Sie befinden sich in einem ständigen Drahtseilakt zwischen höchster Komplexität auf der einen und schepperndem Primitivismus auf der anderen Seite.

Für das isländische Duo KIASMOS müsste man eigentlich ein neues Genre erfinden, zum Beispiel "smooth and atmospheric minimal techno", oder etwas in dieser Art. Olafur Arnalds, einem wachsenden Publikum als Produzent elegischer Streicher- und Piano-Loops bekannt, und Janus Rasmussen laden ein zum warmen Klangbad und selbstvergessenen Tanzen. 

Zur Festivaleröffnung am 18.10. werden im Rahmen einer Kooperation zwischen Scope und dem Netzwerk Nordic Jazz fünf junge Bands die Bühne des Kreuzberger Privatclub betreten. Die "Nordic Jazz Comets" 2017 sind Alex Jonsson Trio, Charlottas Burnin' Trio, Simple Minds, Monkey Plot und Virta. Vom 18. bis 30. Oktober bespielt das Scope Festival ein Netzwerk namhafter Berliner Clubs mit einem Programm, das kaum bekannten Newcomern und echten Stars der Szene gleichermaßen ein Podium bietet.

www.scopefestival.de

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