Willibald Groß gestorben

  • 26.11.2008
  • Sonstiges

»Ich werde nur mitreden, wenn ich gefragt werde«, meinte Willibald Groß, als er sich vor fünf Jahren als Funktionär in den Ruhestand verabschiedete. Und doch lag ihm bis zuletzt die Jugendarbeit am Herzen. Probleme sah er vor allem in der Zunahme des Nachmittagsunterrichts. »Hier müssen die Vereine und Verbände den Fuß in der Tür haben. Den Musikschulen wird es genauso gehen, denn den Kindern und Jugendlichen steht der Nachmittag nicht mehr zur Verfügung für ihr Hobby &rsaquo,Musik&lsaquo,«, sagte er vor kurzem in einem Interview. Am 22. November verstarb der langjährige Bundesvorsitzende der Deutschen Bläserjugend im Alter von 70 Jahren.

Groß sind seine Verdienste um den Erhalt und Fortbestand der Blasmusik, insbesondere der Jugendarbeit. Willibald Groß wirkte zunächst in verschiedenen Orchestern selbst mit, bevor er in seinem Heimatverein Niederheckenbach/Ahrweiler in Rheinland-Pfalz den Dirigentenstab übernahm. Seine Karriere in der Verbandsarbeit begann 1968, als der damals 30-Jährige Vizevorsitzender des Kreisverbands Ahrweiler wurde. Er war Initiator und Mitbegründer der Landesmusikjugend Rheinland-Pfalz und der Deutschen Bläserjugend (DBJ), deren 1. Vorsitzender er bis 2003 in ununterbrochener Folge war. Verdient gemacht hat er sich durch vielfältige Jugendbegegnungen im In- und Ausland, insbesondern um die Integration der Musiker aus den östlichen Bundesländern nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Befragt zum Highlight seiner 22 Jahre dauernden Funktionärstätigkeit musste Groß nicht lange überlegen: »Das Zeltdorf der Bläserjugend 1995 in Münster. Eine so verschworene Gemeinschaft &ndash, davon schwärmen heute noch alle.« Viele Ausbildungsrichtlinien sind in enger Zusammenarbeit mit ihm erstellt worden. Zu nennen sind exemplarisch die D1- bis D3-Konzeption von 1982 oder die Ausbildungsrichtlinien für ehrenamtliche Jugendliche in der überfachlichen Jugendarbeit. Willibald Groß gehörte zahlreichen Gremien an wie dem Fachausschuss für Laienmusik beim Deutschen Musikrat. Er hatte hauptverantwortlich die Organisation des 3. Bundesmusikfestes in Friedrichshafen 2001 in Händen und so zu dessen Erfolg entscheidend beigetragen. Zahlreiche Auszeichungen Groß ist Träger des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, das er 1999 erhielt. Willibald Groß wurde zudem zum Ehrenvorsitzenden der DBJ gewählt und für seine herausragenden Verdienste wurde er 2003 auch zum Ehrenmitglied der BDMV ernannt. Er war außerdem Träger des CISM-Ehrenkreuzes als zweiter Träger überhaupt. Wolfgang Grüneberg, aktueller Bundesvorsitzender der Bläserjugend, würdigt seinen Vorgänger: »Unvergessen wird Willibald Groß als unermüdlicher Streiter für die Sache der musikalischen Jugend in Deutschland bleiben. Seine Ideen, sein Engagement sowie seine Hartnäckigkeit bei der Lösung von Problemen werden uns Verpflichtung sein, die Weiterentwicklung der DBJ in seinem Sinne fortzuführen.«

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