Schreiber & Keilwerth: Positive Zukunftsaussichten
Der international renommierte Instrumentenhersteller Schreiber & Keilwerth hat wieder eine Zukunft: Er wurde mit Wirkung zum 1. August 2010 Teil der französischen Buffet Crampon Gruppe, eines weltweit führenden Herstellers und Vermarkters von Holz- und Blechblasinstrumenten. „Der Kaufvertrag ist unterschrieben, die Gläubigerversammlung hat der Transaktion bereits zugestimmt. Damit bleibt der Produktionsstandort Markneukirchen mit aktuell 134 Arbeitsplätzen erhalten“, konnte Insolvenzverwalter Tobias Hoefer mitteilen.
Durch die Übernahme des Geschäftsbetriebs von Schreiber & Keilwerth in die neu gegründete „Buffet Crampon Deutschland GmbH“ entsteht ein neuer Weltmarktführer für Holzblasinstrumente. „Diese Lösung sichert nicht nur den Bestand ab, sondern beinhaltet auch Entwicklungspotenzial für die Zukunft. Schreiber & Keilwerth und Buffet Crampon verbindet bereits eine langjährige Lieferanten- und Kundenbeziehung. Sie passen strategisch sehr gut zusammen, sodass aus der Kombination Synergien für beide entstehen“, betonte Hoefer.
„Wir wissen um das Können der Mitarbeiter und die Qualität der Produktion in Markneukirchen. Beides war neben den starken Marken von Schreiber & Keilwerth für uns ausschlaggebend für den Erwerb. Dank der bereits vom Insolvenzverwalter durchgeführten Sanierung und Restrukturierung können wir den Betrieb in Markneukirchen nun nahtlos fortführen“, sagte Buffet Crampon Vorstand Antoine Beaussant.
Der Verkauf des Geschäftsbetriebs, der Marken und des wesentlichen Betriebsvermögens an Buffet Crampon war letztlich auch ohne Alternative. Andere Interessenten hatten sich nach verschiedenen Verhandlungsrunden zurück gezogen bzw. keine annehmbaren Angebote vorgelegt. „Es war angesichts der Marktentwicklung sehr schwierig, überhaupt eine für einen Investor wie im Interesse der Gläubiger machbare Lösung zu finden. Letztlich haben wir es gerade noch rechtzeitig geschafft, sonst hätten wir jetzt zusperren müssen“, so der Insolvenzverwalter.
Seit dem Insolvenzantrag am 12. März 2010 hatte Hoefer den Geschäftsbetrieb bei dem Traditionsunternehmen mit seiner über 80-jährigen Erfahrung im Bau von Holzblasinstrumenten in vollem Umfang aufrechterhalten. Die angespannte Situation in der Musikindustrie machten jedoch Kapazitätsanpassungen und Personalreduzierungen notwendig, zumal der Betrieb unbewältigte Altlasten aus der jüngeren Vergangenheit mitschleppte.
So mussten insgesamt seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang Mai 118 Mitarbeiter frei gestellt werden. Nach einem mit dem Betriebsrat vereinbarten Interessenausgleich haben sie die Möglichkeit erhalten, zu vergleichsweise günstigen Konditionen in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln. Dort können sie zu 70 bzw. 90 Prozent ihres letzten Nettoarbeitsentgeltes (je nach gewähltem Angebotsmodell) für längstens fünf Monate beschäftigt bleiben und sich für ein neues Arbeitsplatzangebot qualifizieren. 94 Mitarbeiter haben sich bislang bereit erklärt, in die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln.
In der bisherigen Unternehmenszentrale im hessischen Nauheim werden zunächst 8 von derzeit noch 15 Mitarbeitern mit der Abwicklung des Insolvenzverfahrens für die „alte“ Schreiber & Keilwerth Musikinstrumente GmbH beschäftigt bleiben. Danach wird der Standort, an dem lediglich noch die Administration konzentriert war, jedoch geschlossen.





