1. Berner Symposium Blasmusik
Am Samstag, 17. Januar 2009, trafen sich in der Kaserne Bern gegen 100 Personen, um zum Thema „Zusammenarbeit zwischen Musikschule, Jugendmusik und Erwachsenenverein“ neue Impulse zu erhalten. Die Veranstaltung wurde vom VBJ (Verband Bernischer Jugendmusiken) in Zusammenarbeit mit dem BKMV durchgeführt.
Nach der Begrüßung durch den Organisator Adrian Mülhauser (Ressort Musik VBJ) sprach Ueli Kipfer zu den Teilnehmern. Aus der Sicht der Erwachsenenvereine zeigte er Hürden, aber auch Wege auf, mit denen Jugendliche den Schritt vom Jugendmusikverein zum Erwachsenenverein meistern können.
In einem anschließenden Block stellten drei Jugendmusikvereine ihre Ausbildungsmodelle vor. Urs Stähli präsentierte die „Jugendmusik oberes Gürbetal“ als Verein aus einem ländlichen Umfeld. Schwerpunkt seines Referats war die Zusammenarbeit mit der Regionalen Musikschule. Danach ergriff Helen Fritz als Präsidentin der Jugendmusik Bern-Bümpliz das Wort. Sie erzählte aus den Erfahrungen mit dem Ausbildungskonzept, das zusammen mit der Musikschule des Konservatoriums Bern erarbeitet wurde. Zusätzlich stellte sie die Bläserklassen von Bern-Bümpliz vor. Ein Kernpunkt ihrer Ausführungen war die funktionierende, aber oftmals auch schwierige Kommunikation mit Eltern und Institutionen in einem städtischen Umfeld. Als dritter zeigte Matthias Leuthold das Modell der Jugendmusik Ostermundigen, die als „Exotin“ die Ausbildung über eine private Musikschule anbietet.
Nach einer kurzen Pause stellten drei Musikschulleiter die Sicht der Musikschulen dar. Hans-Peter Schenk von der Musikschule Oberemmental zeigte anhand von Filmausschnitten Momentaufnahmen aus dem Probebetrieb der „Kadere-Music“, einer Jugendmusik, die der Musikschule angegliedert ist. Im Weiteren ging er auf die seit kurzem bestehende Zusammenarbeit mit der Jugendmusik Zäziwil ein.
Lorenz Hasler, Musikschulleiter in Köniz, betrachtete als einziger Nichtbläser unter den Referenten die Thematik aus einer anderen Perspektive. Er zeigte die Musikschulentwicklung der letzten 20 Jahre auf und wie sich die Ansprüche und Erwartungen gewandelt haben. Nicht verschwiegen wurden auch das Scheitern der Zusammenarbeit zwischen Jugendmusik und Musikschule in Köniz beim ersten Anlauf vor 12 Jahren.
Zuletzt legte Armin Bachmann (Musikschule Burgdorf) seine persönlichen Erfahrungen dar. Er erzählte von seinen musikalischen Wurzeln in einer 3. Klasse Brass Band und wie er den Schritt vom Schüler in den Verein geschafft hatte. Wichtig für ihn war das große Vertrauen, das ihm als jungen Musikanten entgegengebracht wurde.
Nach einer kurzen Mittagspause traf man sich noch zu einem Podiumsgespräch (Leitung Andreas Oestreicher). Pfannenfertige Lösungen konnten keine angeboten werden, es zeigte sich aber, dass ein erfolgreiches Blasmusiknetzwerk in einer Gemeinde sehr personenabhängig ist. Persönliche Kontakte und ein grosses Engagement aller Beteiligten ist Hauptvoraussetzung für funktionierende Vereine.
Die grosse Anzahl der Teilnehmenden und die angeregten Diskussionen zeigen, dass die Thematik des Symposiums aktueller den je ist. Jedenfalls tauchte von verschiedener Seite die Frage auf, wann das 2. Symposium zum Thema stattfinde…





